Ausfälle am vergangenen Samstag sind nicht akzeptabel
Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) ist angesichts der Betriebsstörungen auf den Linien RB 113 Leipzig – Bad Lausick – Geithain sowie der S4 Leipzig – Torgau äußerst besorgt und bewertet die Argumentation des verantwortlichen Betreibers DB Regio AG als inakzeptabel.
Vollständiger Fahrzeugausfall auf der RB 113
Für den ZVNL ist nicht nachvollziehbar, dass alle sieben Fahrzeuge der RB 113 auch aufgrund der Hitzesituation schadhaft wurden und nicht eingesetzt werden konnten. Bereits nach den Erfahrungen des Totalausfalls am Pfingstwochenende wurde das Verkehrsunternehmen aufgefordert, entsprechende Vorsorgemaßnahme zur Absicherung des Regionalverkehrs zu treffen. Dies ist offenbar nicht erfolgt. Mangels Verfügbarkeit der Schienenfahrzeuge blieb nur die Einrichtung eines Busnotverkehrs, welcher jedoch die vertraglich geschuldete Verkehrsleistung nicht adäquat ersetzen kann.
Der Ausfall einer gesamten Linien-Fahrzeugflotte zeigt, dass Wartungsqualität und betriebliche Organisation beim Betreiber nicht ausreichend gewährleistet sind, obwohl mit Vergabe der Verkehrsleistung bereits eine wesentlich größere Fahrzeugreserve implementiert wurde. Der ZVNL ist der Auffassung, dass bei sommerlichen Hitzeperioden – welche vorhersehbar sind – und sich wiederholender Fehler ein Totalausfall an Fahrzeugen unter keinen Umständen auftreten darf und die damit verbundenen erheblichen Einschränkungen für die Fahrgäste vermieden werden müssen.
Ausfälle auch auf der S4 – strukturelle Schwächen sichtbar
Zusätzlich kam es am Samstag zu Vollausfällen auf der Linie S4 Leipzig – Torgau, ausgelöst durch einen kurzfristigen Personalausfall beim Stellwerksbetreiber DB InfraGO AG. Zwar konnte im Laufe des Tages eine Nachbesetzung sichergestellt werden, dennoch zeigt der Vorfall, dass die Personalreserven unzureichend sind. Ein einzelner Personalausfall darf nicht zum kompletten Zusammenbruch einer wichtigen Regionalverkehrsachse führen.
Der Verband wird die Vorgänge verkehrsvertraglich prüfen und behält sich Sanktionen ausdrücklich vor. Die DB Regio AG wurde vom ZVNL mit Nachdruck aufgefordert, sofortige konkrete Maßnahmen zur Gewährleistung einer stabilen Vertragserfüllung zu ergreifen. Dazu gehören:
– eine umgehende technische Ursachenanalyse aller Fahrzeugschäden,
– ein belastbares Konzept zur Hitzeresilienz der Fahrzeugflotte,
– eine transparente Darstellung, wie solche Totalausfälle künftig verhindert werden sollen.